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Re: das besondere ist

30.07.2010 14:34 Uhr    zu diesem Beitrag scrollen

das Problem entsteht aber dann, wenn Gruppen ihren gemeinsamen Glauben so in die Gesellschaft tragen, dass andere, die diesem Glauben nicht angehören, diesem zwangsweise über ein gewisses Maß hinaus ausgesetzt werden oder es anderen kleineren oder weniger mächtigeren Glaubensgemeinschaft ähnliche Rechte verwehrt werden.

dann sollen sie einfach Körperschaft des öffentlichen Rechtes werden und sie haben so manche Vorteile.


Warum werden nichtchristliche Kinder in einer staatlichen Schule mit einem Kreuz an der Wand konfrontiert?

Ist für mich eine Sache, auf die ich verzichten kann - in Hamburg hängt eh kein Kreuz.

Warum wird der Bau von moscheen baurechtlich erschwert, der Bau von christlichen krichen aber nicht?

Da ist es die Frage, aus welchen Gründen. Eine Kirche passt vom Erscheinungsbild eben besser in eine Stadt. Wenn du dir Kirchen an den verschiedenen Orten in der Welt ansiehst, sehen sie alle sehr unterschiedlich aus. Moscheen passen sich aber nicht dem Stadtbild an. Die Hamburger Moschee an der Alster fällt extrem auf. Aber ich lehne auch Hochhäuser ab, wenn sie nicht ins Stadtbild passen. Es ist also für mich keine Frage der Religion, sondern eine Frage des Städtebildes. Leider gibt es in Hamburg so manche kompletten Fehlbauten.
Auch wenn ich ebenso nicht darüber diskutieren will, will ich hier deutlich machen, dass es andere Gründe geben kann, die dagegen sprechen, als die Benachteiligung durch einer Religion.


Ich sehe z.B. nicht ein, warum ich als deutscher Staatsbürger und Nichtchrist weniger Rechte haben sollte als Du .

Ich sehe da nicht, dass sie bestimmte andere Rechte haben.

Beispiel Jugendhaus vom CVJM: Da zahlt der Staat viel Geld und es findet ein christliches Angebot statt - aber Hauptmerkmal und Hauptschwerrpunkt ist, dass es eben eine offene Jugendarbeit ist, wo man nicht direkt mit dem Glauben konfrontiert wird. Der CVJM baut natürlich die Jugendarbeit aufgrund seines Menschenbildes auf, was er hat. Soll man dieses jetzt verbieten, dass Leute nicht mehr mit ihrem Menschenbild Jugendarbeit machen dürfen. Nur noch "neutrale" (die aber nicht Neutral sind, weil natürlich jeder Mensch auch Jugendlichen mit seinem Menschenbild begegnet und die Arbeit entsprechend aufbaut) Jugendarbeit würde es bedeuten, was aber faktisch nicht möglich ist. Der Staat müsste also irgendwie vorgeben, was "neutral" ist und so würde der Staat vorgeben, was die Menschen prägen sollte. Dass der Staat vorgibt, wie man leben soll, ist aber gerade die Sache, die man abschaffen wollte mit der Trennung zwischen Staat und Religion.

Oder nehmen wir den ADAC - auch er bekommt Geld vom Staat -direkt oder indirekt. Alleine schon, dass er Aufgaben der Luftrettung übernimmt, was eigentlich ja eine Aufgabe des Staates sein sollte, kann man schon kritisieren, wenn ich eine Person sein würde, die Autos teilweise ablehnt und die autofreundliche Politik des ADACs deshalb stört.

Wir sehen, dass auf fast jedem Gebiet, Weltanschauungsgruppen irgendwelche Aufgaben übernehmen und dafür Geld bekommen, obwohl sich bestimmte Leute mit einer andern Weltanschauung aufregen könnten.

Unter Staat ist eben so aufgebaut, dass gemeinwohlförderliche Maßnahmen so gefördert werden, so dass auch die eigene Weltanschauung Einfluss in der Art, wie es durchgeführt werden kann, mit einfließen darf - was auch gut ist. Weil wir eben Menschen sind und nicht Maschinen.

LG
Dirk

Labels:  Evangelische Landeskirche