Tobias Faix über eine missverstandene Generation, gesprengte Klischees und die statistischen Hintergründe

Unterm Stich – was hat dich ganz persönlich besonders gefreut am Ergebnis der dranStudie?
Mich hat besonders gefreut, dass sich das Bild einer Generation zeigt, die doch sehr positiv hineinschaut in Glauben und Gemeinde, die sagt, sie möchte was verändern und sehr kitisch ist.

Was war für dich das überraschendste Ergebnis?
Das überraschendste Ergebnis war sicherlich, dass die Jungen Erwachsenen zu zwei Dritteln, 63 Prozent, gesagt haben, dass sie ihre geistliche Heimat in der Gemeinde finden. Unsere Hypothese aus der Literatur und aus dem ersten Teil der Studie, der Befragung der Leiter, war ja, dass das eher nicht der Fall ist – das war für mich schon eine große Überraschung.

Gab’s ansonsten noch eine Erwartung an die Studie, die sich nicht erfüllt hat?
Grundsätzlich gehen wir ja ergebnisoffen in so eine Studie. Wir stellen Hypothesen auf, aber natürlich ist immer alles möglich. Da gab’s dann schon eine ganze Reihe Ergebnisse, die interessant und überraschend waren. Also zum Beispiel das hohe soziale Engagement: 36 Prozent arbeiten beispielsweise ehrenamtlich in Organisationen oder Vereinen mit, die nicht zu einer Gemeinde gehören. Und auch das hohe Engagement in der Gemeinde: Knapp achtzig Prozent arbeiten in der Gemeinde mit, wollen Verantwortung wahrnehmen. Das sind Zahlen, die sehr hoch sind. Man hat ja oft das Bild, Junge Erwachsene ziehen sich aus allem raus. Das haben wir mit der Studie überhaupt nicht feststellen können. Im Gegenteil.

Liegt das daran, dass nur die Superengagierten mitgemacht haben?
Das ist sicherlich eine Frage. Um so einen Fragebogen auszufüllen, muss man schon ein gewisses Grundengagement an den Tag legen. Aber die Erfahrung mit solchen Fragebögen zeigt, dass es nicht entscheidend ist. Und die Stichprobe in dieser Studie war ja mit über zweitausend Jungen Erwachsenen sehr, sehr hoch. Man spricht bei einer deutschlandweiten Erhebung von einem richtungsweisenden Ergebnis, wenn man in einem gewissen Quotenplan tausend Leute hat – und wir hatten das Doppelte. Das ist schon sehr, sehr viel. Dakann man nicht mehr sagen, man hat nur die Engagierten rausgepickt. Das Ergebnis ist mit Sicherheit richtungsweisend.

Quelle:dran