Nun ist es also soweit – mein Arbeitsvertrag endet und anders als geplant, starte ich nicht direkt im nächsten Job durch. Ich bin gut ausgebildet und habe schon etwas Berufserfahrung, vom viel diskutierten Fachkräftemangel spüre ich in meiner Branche trotzdem herzlich wenig. Und so melde ich mich brav und fristgerecht vor Vertragsende arbeitssuchend. Kurze Zeit später flattert schon eine Einladung vom Arbeitsamt in meinen Briefkasten. Wobei, Einladung klingt so nett – als hätte man die Möglichkeit, dieser nicht nachzugehen, wenn man nicht möchte. Auf der Rückseite erfahre ich jedoch, dass ich einen triftigen Grund brauche, wenn ich den Termin nicht wahrnehme und sollte er nicht triftig genug sein, droht mir eine Geldstrafe.
Wie es sich gehört
Also bin ich, zur Planung meiner beruflichen Zukunft, wie gefordert an einem Dienstag um acht Uhr vor Ort, meine Sachbearbeiterin nicht. Die steht im Stau. Kurze Zeit später sitze ich in einem relativ farblosen Büro, „Es gibt keine Probleme, nur Herausforderungen“- Postkarten an der Pinnwand und einen Rechner aus dem letzten Jahrzehnt vor der Nase. Nach vielen Infos, die mir wenig bringen und dem Ausfüllen meines Stellengesuchs, bei dem ich mir nicht wirklich aussuchen darf, welche Jobs ich auch gerne ausüben würde, laufe ich ausgelaugt nach Hause. Manchmal macht Erwachsensein wirklich keinen Spaß, denke ich, während mein Blick auf die auf Öko-Papier gedruckten Flyer in meiner Hand fällt.