Erinnerungen an die Fußball-EM mit dem schmerzhaften Halbfinal-Aus, Pokémon Go und die Anfänge von Snapchat-Filtern – wenn du in den letzten Monaten durch deinen Social-Media-Feed gescrollt hast, ist es dir wahrscheinlich auch aufgefallen: Ständig tauchen Bilder aus dem Jahr 2016 auf.
Prominente, wie Justin Biber, Dua Lipa oder Ed Sheeren und sogar Politiker teilen ihre persönlichen Rückblicke. Alle springen auf und posten ihre Lieblingsmomente aus 2016.
Was steckt eigentlich dahinter?
Das Jahr 2016 liegt jetzt genau 10 Jahre zurück – lang genug her, um nostalgisch zurückzublicken und doch nah genug dran, um sich noch gut daran zu erinnern. Alte Momente wieder hervorzuholen ist etwas Besonderes. Erinnerungen an Zeiten mit Freunden und Familie, an schöne Erlebnisse und Urlaube, Reisen und all die kleinen und großen Highlights im Leben. Wenn Menschen diese Bilder teilen, geben sie einen Einblick in ihr Leben von damals – in das, was sie geprägt hat.
Rückblick aufs Glaubensleben
Doch was wäre, wenn wir diesen Trend einmal anders denken? Nicht nur zurückschauen auf Fotos, sondern auf unser eigenes Leben – besonders auf unser Glaubensleben. Was wäre, wenn wir uns bewusst daran erinnern, was wir mit Gott erlebt haben? Dieser Perspektivwechsel hat mich überrascht. Oftmals nehme ich im Alltag gar nicht wahr, wo und wie Gott in meinem Leben wirkt. Vielleicht, weil es anders aussieht, als ich es erwartet habe oder weil ich so damit beschäftigt bin, das Leben nicht zu verpassen, dass mir der Blick dafür fehlt. Erst im Rückblick erkenne ich, was passiert ist.
Ich sehe Zusammenhänge, entdecke, wie sich Dinge gefügt haben, wie ich durch schwierige Zeiten getragen wurde oder wie Türen aufgegangen sind, mit denen ich nie gerechnet hätte.
Wir müssen nicht alles sofort verstehen
Ein Lied bringt diesen Gedanken treffend auf den Punkt: „Days Gone By“ von Hillsong Young & Free. Dieser Song beschreibt, dass wir Gottes Handschrift oft erst im Nachhinein erkennen. Dass wir verstehen, wie treu er war – auch dann, wenn wir es im ersten Moment nicht gesehen haben. Und vielleicht liegt genau darin etwas sehr Beruhigendes: Wir müssen nicht immer alles sofort verstehen! Wir dürfen darauf vertrauen, dass er da ist. Dass er uns begleitet und festhält – auch dann, wenn wir es nicht bewusst spüren.
Hier und Jetzt
Doch so wertvoll dieser Blick zurück auch ist – er ist nicht alles. Auch wenn es hilft, sich daran zu erinnern, was Gott getan hat, dürfen wir das Hier und Jetzt nicht aus dem Blick verlieren. Glaube passiert nicht nur in der Vergangenheit, sondern mitten im Alltag. Es braucht ein bewussteres Hinschauen. Ein Innehalten zwischen Terminen. Ein kurzer Moment der Ruhe. Ein offenes Herz für das, was gerade passiert. Gottes Wirken ist nicht an bestimmte Zeiten gebunden – es zieht sich durch unser ganzes Leben. Und vielleicht verändert genau diese Erkenntnis, wie wir durch unseren nächsten Tag und durch unser Leben gehen.
3 Tipps gegen das Vergessen:
- Schreibe in ein Notizbuch, wie Gott in deinem Leben gewirkt hat. Sei es auch noch so klein.
- Rede mit anderen Christinnen und Christen über Gottes Wirken in ihrem Leben. Das kann sehr ermutigend und inspirierend sein.
- Nimm dir einmal im Jahr Zeit und blicke zurück – mit dem Fokus auf Gottes Wirken und Führung in deinem Leben
Josias Jäger